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Summary

Die Zeitungsselbstmord in Raten ist ein Phänomen, das sich in den letzten Jahren immer mehr manifestiert. Große Medienunternehmen kündigen Entlassungen an, und die Auflagen schwächen sich weiter ab. Die Verantwortlichen sehen das Internet als Quelle des Übels, aber sie befördern es auch durch ihre eigenen Online-Auftritte. Die Strategie der Herausgeber erscheint katastrophal, weil sie weder das Internet noch ihre Leser verstehen.

Die naive Fokussierung auf Werbung hat nahezu alle Onlinemedien dazu verführt, Leserkommentarfunktionen einzurichten, die die berüchtigten "Trolle" angezogen haben. Die Verlage haben sich auf Einsparungen, Entlassung qualifizierter Redakteure und den Aufbau von Online-Versionen ihrer Zeitungen gesetzt, aber das hat ihnen das eigene Grab geschafft. Die traditionsreiche Frankfurter Rundschau ist ein Beispiel dafür, wie die Redaktion ausgedünnt und nur noch Agenturmeldungen verarbeitet wurden, was zu einem Niedergang von Auflage und Zeitung insgesamt geführt hat.

Die Verlage begehen noch weitaus schlimmere Fehler und damit Selbstmord. Mit den flankierenden Online-Maßnahmen verändern sich die Inhalte "zugunsten" der Leser, ohne dass die Redaktionen zu merken scheinen, dass sie sich ihren eigenen Friedhof bestellen. Die Konzentration auf den scheinbaren "Leserwunsch" verändert die Berichterstattung, und es werden Artikel zu immergleichen Themen mit immergleichen oder ähnlichen Inhalten publiziert. Eine Art Mutation hin zu "Medien" wie den nationalistisch-rassistischen Blogs beginnt.

Die liberale Zeitung SZ stellt mittlerweile ihre eigenen Sargnägel her. Artikel werden eingestellt, die vor Beginn des eigentlichen Beitrages punktuell die Inhalte als Resümee auflisten. Es ist also gar nicht mehr nötig, den ganzen Artikel zu lesen. Der Ausweg aus dieser Misere kann nur ein Kaufanreiz durch Steigerung der inhaltlichen Qualität bedeuten, ansonsten droht der eigene Zeitungs-Tod.

Description

Der Markt für Zeitungen und Zeitschriften ist in einer schwierigen Phase. Die Auflagenschwäche fordert ihren Tribut und die Verantwortlichen sehen das Internet als Quelle des Übels. Durch ihre eigenen Online-Auftritte befördern sie jedoch auch das Problem.

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